Materialien für Lehrpersonen für eine gendersensible Berufsorientierung auf der Sekundarstufe I

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Auf dieser Seite finden Sie umfassende Materialien zur gendersensiblen Berufsorientierung von Jugendlichen auf der Sekundarstufe I, entwickelt im Rahmen des EBG geförderten Projekts «Gendersensible Berufsorientierung durch Serious Gaming». Ziel ist es, Schüler*innen im Hinblick auf die Berufswahl in ihren individuellen Interessen zu bestärken. Dabei sollen klischeebehaftete Rollen-, Geschlechter- und Berufsbilder sowie ihr Einfluss auf Berufswünsche reflektiert und hinterfragt werden, um bewusste und gleichberechtigte Lebensentscheidungen zu ermöglichen.

Wir möchten Sie ermutigen, die Berufliche Orientierung gendersensibel zu gestalten, und geben Ihnen Ressourcen an die Hand, um einen positiven Einfluss auf die individuelle Berufswahl der Jugendlichen auszuüben. Sämtliche Inhalte stehen digital zur Verfügung. Darüber hinaus werden die Unterrichtsmaterialien zum Download angeboten.

Um das Interesse Jugendlicher zu wecken und sie innovativ an die Berufswahl heranzuführen, steht die Verwendung des frei zugänglichen, digitalen Lernspiels like2be im Fokus. Weitere Materialen für eine gendersensible Berufsorientierung, die auch losgelöst von like2be eingesetzt werden können, finden Sie weiter unten auf der Seite.

Logo

Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann unterstützt das Projekt mit Finanzhilfen nach dem Gleichstellungsgesetz.

Damit Sie Ihre Schüler*innen gendersensibel auf die Berufswahl vorbereiten können, empfehlen wir Ihnen, zuerst «Vorbereitung für Lehrpersonen» zu bearbeiten:

  • Reflexion von Stereotypen enthält Beobachtungs- und Reflexionsvorschläge, die Ihnen eigene, unbewusste Denkmuster im Hinblick auf Geschlecht und Berufe aufzeigen und zur Sensibilisierung anregen.
  • Unter Wissenswertes werden theoretische Grundlagen zur (gendersensiblen) Berufswahl mit dem Einsatz von Serious Games in aller Kürze zusammengefasst und verdeutlicht die Relevanz einer gendersensiblen Berufsorientierung anhand aktueller Zahlen.

Anschliessend laden wir Sie dazu ein, die Unterrichtsressourcen zu durchstöbern:

Wir freuen uns, wenn Sie die Inhalte der Seite dazu inspirieren, die Berufliche Orientierung gendersensibel, digital und klischeefrei zu gestalten.

Titelbild der Datei Handreichung für Lehrpersonen

Verlinkung zur Handreichung folgt in Kürze.


Dieser Bereich hilft Ihnen:

  • Ihre eigenen möglichen Vorurteile und (unbewussten) Annahmen bezüglich Geschlechterrollen zu erkennen und zu reflektieren.
  • Ihre eigene geschlechtliche Identität zu reflektieren.
  • Ihren eigenen Berufswahlprozess im Hinblick auf Genderaspekte zu reflektieren.
  • Stereotype in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld zu erkennen und zu überdenken.
  • geschlechtsbezogene Stereotype in Lehrbüchern, Unterrichtsmaterialien und anderen Ressourcen zu identifizieren.

Selbstreflexionsimpulse gesamt

Gezeichnete Figur mit Fragezeichen im Kopf.

1) Berufliche Wege & Geschlechtsidentität

- Inwiefern erfahren Sie heute noch Erwartungen aufgrund Ihres Geschlechts?
- Welche Einflüsse haben Ihre Entscheidungen in Bezug auf Bildung und Berufswahl geprägt?

Logo mit dem Namen Gesbi

2) Gendergerechtigkeit in Unterrichtsmaterialien

Mithilfe der GESBI-Checkliste können Sie Ihre Unterrichtsmaterialien auf Gendergerechtigkeit untersuchen.

Einfach gezeichnete Personen

3) Gendergerechtigkeit im Schulalltag

- Wie wird über die Leistungen, die Motivation oder das Verhalten von Jungen und Mädchen gesprochen?
- Nehmen Sie Erwartungshaltungen in Bezug auf das Geschlecht wahr (z.B. «so verhält man sich als Junge nicht»)?

Gendersensible Berufsorientierung bezieht sich auf Ansätze und Praktiken, die darauf abzielen, geschlechtsspezifische Aspekte bei der Berufsberatung und -auswahl zu berücksichtigen. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, gleiche Chancen und Zugang zu verschiedenen beruflichen Möglichkeiten haben.

Dabei werden Geschlechterstereotype und traditionelle Rollenbilder in Bezug auf Berufe herausgefordert. Eine gendersensible Berufsorientierung erkennt an, dass individuelle Interessen, Fähigkeiten und Neigungen wichtiger sind als geschlechtsspezifische Erwartungen. Die Förderung von Vielfalt und Gleichberechtigung in verschiedenen beruflichen Bereichen steht im Mittelpunkt. Das Ziel ist, geschlechtsbezogene Barrieren abzubauen und sicherzustellen, dass Menschen basierend auf ihren Fähigkeiten und Interessen die besten beruflichen Entscheidungen treffen können.

In diesem Bereich können Sie sich das nötige Grundwissen aneignen, um Ihre Schüler*innen gendersensibel bei ihrer Berufswahl zu unterstützen. Ausserdem erfahren Sie, wie Serious Games dabei helfen können.

    Die Berufswahl stellt einen Prozess der Passung zwischen dem Berufsimage und dem (geschlechtlichen) Selbstkonzept dar.

    Bezahlte Arbeit bezeichnet Erwerbstätigkeiten wohingegen unbezahlte Arbeit familiäre Betreuungsaufgaben, Tätigkeiten im Haushalt und Freiwilligendienste sowie Ehrenämter zusammenfasst.

    Das biologische Geschlecht (engl. «sex») bezieht sich auf die biologischen Merkmale, die sich als männlich, weiblich und intersexuell unterscheiden.

    Gamification bezeichnet die Anwendung von spieltypischen Elementen und Prinzipien in einem nicht-spielerischen Kontext, um die Motivation und das Engagement der Nutzer*innen zu steigern.

    Der Begriff Gender bezieht sich auf soziale Eigenschaften und Möglichkeiten, die mit dem jeweiligen, gelebten Geschlecht verbunden sind, sowie auf die Beziehungen zwischen und innerhalb der Geschlechter.

    Gender Bias meint die durch Voreingenommenheit resultierende Fehleinschätzung von geschlechtstypischen Zuschreibungen aufgrund von Geschlechterstereotypisierungen.

    Hier erfahren Sie:

    • was gendersensible Berufsorientierung ist.
    • warum gendersensible Berufsorientierung wichtig ist.
    • wie Sie Massnahmen zur gendersensiblen Berufsorientierung in Ihrem Unterricht umsetzen können.
    • wie Sie im Berufswahlunterricht Rollenklischees entgegenwirken können.
    • was Serious Games sind und warum sie eingesetzt werden.
    • wie das Serious Game like2be für den gendersensiblen Berufswahlunterricht eingesetzt werden kann.

     

     

     

    Erste Seite des Quiz

    Quiz zur Gendergerechtigkeit in der Berufswelt (Schweiz)

    Bild

    Erklärvideo folgt in Kürze


    Unterrichtsmaterial zum Serious Game like2be

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    Mit dem Serious Game like2be können Jugendliche eine Vielzahl neuer Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten entdecken, sich mit unterschiedlichen Lebensentwürfen, Berufsbiografien und beruflichen Stereotypen befassen sowie ein reflektiertes Verhältnis zu den eigenen Berufswünschen entwickeln.


    Kartenspiel like2be aufgefächert

    Das Kartenset kann mit einer Mail an izfg-info(at)izfg.unibe.ch kostenlos bestellt werden. Der Versand ist nur innerhalb der Schweiz möglich (solange Vorrat).


    Titelfotos von allen Lektionen zusammen (sechs verschiedene Menschen)

    Hier finden Sie alle verlinkten Unterrichtsmaterialien zu like2be in einem Dokument zum Herunterladen.


    Weitere Serious Games

    Mit Serious Games können sich Schüler*innen spielerisch mit dem Thema Berufswahl beschäftigen. Die Spiele machen Spass und motivieren dazu, sich im Anschluss vertieft mit einem Thema auseinanderzusetzen.
    Probieren Sie mit Ihrer Klasse auch diese Serious Games aus:


    Gendersensibilität in der Berufswahl stärken

    Challenges und Unterrichtslektionen in Verbindung mit Profolio
    Um Lehr- und Fachpersonen bei einer genderkompetenten Berufs-, Ausbildungs- und Studienberatung ihrer Schüler*innen zu unterstützen, wurden Materialien für das Profolio Berufswahl entwickelt, die auf dieser Seite eingesehen und heruntergeladen werden können. Das Material besteht aus Challenges mit Arbeitsaufträgen für Schüler*innen und dazugehörigen Lektionen.


    Karrieren jenseits von Stereotypen

    Aus der Forschung weiss man, wie wichtig Vorbilder bei der Berufswahl sind. Deshalb haben wir hier Ressourcen zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, Jugendlichen Vorbilder jenseits von Stereotypen zu bieten.

    Forscherin bei der Arbeit

    Übersicht zum Herunterladen

    Frauenportraits

    June Almeida (geb. Hart) (1930-2007): Als Virologin entdeckte und benannte sie 1964 das erste Coronavirus. Ihre Methode ist bis heute aktuell. Almeidas Technik wurde in China eingesetzt, um Covid-19 zu identifizieren.

    Der Physikerin werden verschiedene Erfindungen zugeschrieben, darunter die Entwicklung eines Hochfrequenz-Signalgenerators in den 1960er Jahren. Sie beschrieb Plasma als den vierten Aggregatzustand nach Flüssigkeiten, Feststoffen und Gasen.

    Sie gilt als ersten Paläontologin und Wegbereiterin der Evolutionstheorie. Ihre Funde und Beschreibungen von Fossilien von Meeres- und Flugsauriern sowie Fisch- und Weichtierfossilien beeinflussten das wissenschaftliche Denken über prähistorisches Leben massgeblich.

    Als Chirurgin und Anästhesistin begründete sie die Untersuchung von Säuglingen direkt nach der Entbindung und senkte dadurch die Sterblichkeitsrate Neugeborener drastisch (Apgar-Index: Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen, Reflexe). Zudem schuf sie ein neues Fachgebiet der Medizin und wurde 1949 zur ersten Professorin für Anästhesiologie in den USA ernannt.

    Als Biochemikerin und Chemieingenieurin sowie Nobelpreisträgerin für Chemie ist sie Pionierin der Verwendung von Methoden gerichteter Evolution bei der Entwicklung neuer Proteine, z.B. für Medizin, Biokatalyse und Bio-Brennstoffe.

    Virologin und Nobelpreisträgerin für Physiologie/ Medizin für die Entdeckung des Humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Hier führt sie durch ihr Labor am Institut Pasteur in Paris und berichtet von ihrer Forschung: https://mediatheque.lindau-nobel.org/educational/nobel-labs/33604

    SRF hat eine Reihe von Kurzfilmen über Lernende in der Schweiz erstellt, die einen für ihr Geschlecht untypischen Beruf ausüben. Die Filme und das Begleitmaterial eignen sich gut für den Unterricht.


    Gendersensible Berufsorientierung im Fachunterricht

    Die Berufliche Orientierung wurde mit dem Lehrplan 21 als eigenständiges Fach eingeführt. Trotzdem reicht die Zeit oft nicht aus, um alle Themen zu behandeln, die man für wichtig hält. Hier finden Sie Hinweise zu Inhalten, die Sie im Fachunterricht verwenden können. So können Sie gleichzeitig Lernziele einzelner Fächer abdecken und die klischeefreie Berufswahl fördern.

    - D.4.A Die Schülerinnen und Schüler können in einer persönlichen Handschrift leserlich und geläufig schreiben und die Tastatur geläufig nutzen. Sie entwickeln eine ausreichende Schreibflüssigkeit, um genügend Kapazität für die höheren Schreibprozesse zu haben. Sie können ihren produktiven Wortschatz und Satzmuster aktivieren, um flüssig formulieren und schreiben zu können.

    - BNE Geschlechter und Gleichstellung mit Bezügen zu ERG.5.2, ERG.5.3

    - BNE Wirtschaft und Konsum

    MI.1.2

    Die Jugendlichen

    - können die Grundfunktionen der Medien benennen (Information, Bildung, Meinungsbildung, Unterhaltung, Kommunikation).

    - kennen Mischformen und können typische Beispiele aufzählen (Infotainment, Edutainment).

    - können Informationen aus verschiedenen Quellen gezielt beschaffen, auswählen und hinsichtlich Qualität und Nutzen beurteilen. 

    Inhalte folgen in Kürze.

    folgen in Kürze.

    - RZG 6.1 Die Schülerinnen und Schüler können die Geschichte vom Beginn der Neuzeit bis heute in ausgewählten Längsschnitten erzählen.

    - RZG.5.2 Die Schülerinnen und Schüler können aufzeigen, wie Menschen in der Schweiz durch wirtschaftliche Veränderungen geprägt werden und wie sie die Veränderungen gestalten.

    - BNE Geschlechter und Gleichstellung mit Bezügen zu ERG.5.2, ERG.5.3

    - BNE Geschlechter und Gleichstellung mit Bezügen zu ERG.5.2, ERG.5.3

    - BNE Wirtschaft und Konsum

    - WAH.1.1 Die Schülerinnen und Schüler können ein Verständnis für die gesellschaftliche Bedeutung von Arbeit und deren verschiedenen Formen entwickeln sowie geschlechtsspezifische, soziale und kulturelle Prägungen bei der Bildungs- und Berufswahl verstehen.

    - WAH.1.2 Die Schülerinnen und Schüler können Anforderungen und Gestaltungsspielräume in Arbeitswelten vergleichen.

     


    Anforderungsprofile

    Ein wichtiger Baustein der Berufsorientierung ist die Identifizierung von Anforderungen eines Berufs auf verschiedenen Ebenen. Die Seite www.anforderungsprofile.ch stellt eine fundierte Recherche- und Vergleichsmöglichkeit für Schüler*innen dar.

     


    Gendersensible Berufsorientierung in den Medien

    Hier finden Sie medial aufbereitete Forschungserkenntnisse des Instituts für Bildungswissenschaften zur geschlechtsspezifischen Fach- und Berufswahl, MINT-Förderung sowie zu Fragen der Geschlechtergerechtigkeit in der Bildung.

    Interview in der Bildungsbeilage der Tagesmedien (2023): «MINT-Förderung vermittelt Fähigkeiten fürs Leben»
    Prof. Dr. Susanne Metzger, stv. Direktorin des Instituts für Bildungswissenschaften, erläutert die Wichtigkeit, Kinder schon früh an Naturwissenschaften und wissenschaftliches Denken heranzuführen und Geschlechterstereotype aufzubrechen.
    Zum Interview

    Podcast «Hier & Morgen» (2021): «Mädchen oder Knaben – Wie das Geschlecht die Berufs- und Studienwahl von Jugendlichen beeinflusst»
    Prof. Dr. Elena Makarova, Direktorin des Instituts für Bildungswissenschaftlerin, erörtert den Einfluss festgefahrener Rollenbilder über typisch weibliche und männliche Arbeiten auf die Berufs- und Studienwahl und wie schulische Berufsorientierung das volle Potenzial Jugendlicher entfalten kann.
    Zum Podcast

    Interview im KALEIO Magazin (2023): «Das Geschlecht ist der entscheidende Faktor für die Berufswahl»
    Im Interview mit dem KALEIO Magazin spricht Prof. Dr. Elena Makarova über den "Gendergraben" in Schule, Studienwahl und Berufswelt.
    Zum Interview

    Podcast SRF «Kultur Kompakt» (2022): «Physik und Mathematik: Noch immer wählen nur sehr wenig Mädchen diese Schwerpunktfächer» (ab 00:27:00)
    Prof. Dr. Elena Makarova referiert über Erkenntnisse zu Geschlechterunterschieden und die Gründe bei der Schwerpunktfachwahl von Schüler*innen.
    Zum Podcast

    Beitrag in Vpod Bildungspolitik – Zeitschrift für Bildung, Erziehung und Wissenschaft (2023): «Geschlechts- und fachbezogene Überzeugungen angehender Lehrpersonen im Lichte der Bemühungen um die Gleichstellung der Geschlechter» (S. 13-15)
    Der Beitrag von Jana Lindner und Prof. Dr. Elena Makarova stellt Ergebnisse der Studie «Auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter in der Bildung» vor.
    Zum Beitrag


    Am Institut für Bildungswissenschaften wird zu unterschiedlichen Schwerpunkten geforscht. Teil dieser Forschung ist auch die gendersensible Berufswahl, aus deren Forschungsprojekten praxisrelevante und -erprobte Materialien entstanden sind, die auf dieser Seite zusammengefasst werden. Gerne dürfen Sie uns Rückmeldungen geben oder bei Fragen auch Kontakt mit uns aufnehmen.

    Kontakt

    Jana Lindner
    Operative Projektleitung und Koordination

    jana.lindner@clutterunibas.ch
    Tel. +41 61 207 53 09