Die Forschungsprojekte von Dr. Beyhan Ertanir fokussieren Bildungs- und Anpassungsprozesse von Kindern und Jugendlichen in gesellschaftlich heterogenen Kontexten. Untersucht werden psychosoziale Entwicklung, Identitätsbildung und schulische Teilhabe über unterschiedliche soziale und institutionelle Rahmenbedingungen hinweg. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Kindern und Jugendlichen aus eingewanderten und geflüchteten Familien sowie auf transkulturellen Lebenswelten.
Die Forschung ist entlang zweier miteinander verbundener Schwerpunkte strukturiert:
Erstens wird untersucht, wie mehrdimensionale Kontextfaktoren auf individueller, familialer und institutioneller Ebene unter Bedingungen krisenhafter Migration Bildungs- und Anpassungsprozesse prägen und inwiefern personale sowie familiäre Ressourcen positive Entwicklungsverläufe begünstigen.
Zweitens analysiert die Forschung die Rolle von Emotionen und Mehrsprachigkeit für Bildungsprozesse. Im Fokus steht dabei der Zusammenhang zwischen selbst- und leistungsbezogenen Emotionen, Sprachkompetenzen, Motivation und psychosozialem Wohlbefinden sowie die Frage, wie sprachliche Ressourcen Bildungsbiografien strukturieren.
Die Forschung ist national wie international verortet und stützt sich primär auf quantitative Längsschnittdesigns, ergänzt durch theoriegeleitete Mixed-Methods-Ansätze. Sie erfolgt in Kooperation mit nationalen und internationalen Partnerinstitutionen sowie mit Akteur*innen aus Bildungspraxis und Bildungspolitik, um wissenschaftliche Erkenntnisse in nachhaltige Unterstützungs- und Bildungsstrukturen zu überführen.