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Dr. Beyhan Ertanir auf der EARA-Konferenz in Utrecht

Beyhan Ertanir steht vor ihrer Titelfolie

Welche Spuren hinterlassen belastende Erfahrungen, die Jugendliche und ihre Eltern bereits vor der Migration gemacht haben? Dieser Frage widmete sich Dr. Beyhan Ertanir vom Institut für Bildungswissenschaften auf der 20. Konferenz der European Association for Research on Adolescence (EARA), die vom 18. bis 21. August 2026 in Utrecht stattfand.

In ihrem Vortrag «Crisis Migration, Family Functioning, and Adjustment in Venezuelan Parent–Youth Dyads» präsentierte sie Ergebnisse einer längsschnittlichen Studie mit 278 venezolanischen Eltern-Jugendlichen-Dyaden, die in die USA migriert sind. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie krisenbezogene Erfahrungen vor der Migration mit der späteren psychischen Gesundheit und dem Wohlbefinden von Jugendlichen und Eltern zusammenhängen – und welche Rolle familiäre Prozesse dabei spielen.

Die Ergebnisse zeigen, dass stärkere Belastungen vor der Migration sowohl bei Jugendlichen als auch bei ihren Eltern mit späteren posttraumatischen Stresssymptomen verbunden waren. Darüber hinaus deutete sich an, dass die Erfahrungen der Jugendlichen über familiäre Prozesse auch mit dem Selbstwert ihrer Eltern zusammenhängen können. Die Befunde machen deutlich: Um die psychosoziale Anpassung nach einer Migration zu verstehen, müssen auch die Erfahrungen vor der Migration und das Zusammenspiel innerhalb der Familie berücksichtigt werden. Die EARA 2026 bot zudem einen inspirierenden Rahmen für den internationalen Austausch, spannende Diskussionen und neue Impulse für die weitere Forschung zu Migration, Familie und psychosozialer Anpassung.

Die vorgestellten Ergebnisse entstanden in Zusammenarbeit mit María Fernanda García, Mildred M. Maldonado-Molina, Maria Duque, Melissa M. Bates, Christopher P. Salas-Wright und Seth J. Schwartz.

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