Studium

Das Institut für Bildungswissenschaften der Universität Basel bietet sowohl den Masterstudiengang in Educational Sciences als auch das Doktoratsstudium in Fachdidaktik oder Erziehungswissenschaft an.

Masterstudiengang Educational Sciences
Das Studium des Masters of Arts in Educational Sciences vermittelt den Studierenden unter Berücksichtigung der Anforderungen und Veränderungen pädagogischer Berufsfelder die unabdingbaren bildungswissenschaftlichen Kenntnisse, Methoden und Fertigkeiten so, dass die Absolventinnen und Absolventen für eine selbständige, wissenschaftlich reflektier­te und pädagogisch wie gesellschaftlich verantwortungsbewusste Tätigkeit in Forschung und Ausbildung sowie in unter­schiedlichen Führungsaufgaben pädago­gischer Berufe qualifiziert sind. Das heisst: Die Studienabgängerinnen und  Studienabgänger kennen Positionen und Traditionen der pädagogi­schen Theoriediskussion und sind fähig, sie zueinander in Bezug zu setzen und kritisch zu bewerten. Sie beherr­schen qualitative und quantitative Forschungsmethoden und können deren Stärken, Schwächen und Grenzen beurtei­len. Sie sind imstand, aktuelle und kom­plexe pädagogische Probleme theoretisch zu verorten, zu analysieren und differenziert zu reflektieren.

Aufgrund ihrer Fähigkeit zur theoretischen Analyse und ihrer Methodenkenntnisse können sie geeignete Forschungs­designs entwickeln, welche eine Frage­stellung – etwa im Hinblick auf ihre Masterarbeit – angemessen erschliessen.

Doktorat
Seit 2015 bietet das IBW die Möglichkeit zur Promotion in den beiden Promotionsfächern „Bildungswissenschaften“ und „Fachdidaktiken“. Im Moment sind knapp 30 Promovierende am IBW eingeschrieben, die nach erfolgreichem Abschluss den Titel Doktor philosophiae, Dr. phil. tragen werden. Promovierende am IBW bearbeiten ein breites Spektrum von Themen in den Bereichen der fachdidaktischen Forschung in allen Schulfächern und Schulstufen, der allgemeinen und historischen Bildungsforschung, der Lehr-Lernpsychologie, der Bildungssoziologie und der speziellen Pädagogik.
Ziel einer Promotion ist es, mit der eigenständigen Forschungsarbeit die Fähigkeit unter Beweis zu stellen, dass man den wissenschaftlichen Anforderungen des Fachs genügt, sich also in seinem wissenschaftlichen Feld qualifiziert. In der Dissertation als eine eigenständige Forschungsarbeit beweisen die Promovierenden ihre Fähigkeit zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit und belegen damit, dass sie den wissenschaftlichen Anforderungen des Fachs genügen.
Für Fachdidaktiken steht ein strukturiertes, von swissuniversities finanziertes Promotionsprogramm zur Verfügung. Eine fachdidaktische Promotion ist grundsätzlich in jedem schulisch relevantem Fach möglich, und auch interdisziplinäre fachdidaktische Promotion mit Kooperationen zwischen zwei Fachbereichen sind denkbar.

Was bedeutet Erziehungswissenschaft und Fachdidaktik?

Der Gegenstand der Erziehungswissenschaft ist die Erforschung von Normen, Zielen, Bedingungen, Abläufen und Folgen von pädagogischem Handeln einerseits und von Bildungsprozessen in institutionellen und ausserinstitutionellen Kontexten andererseits. Erziehung wird im engeren Sinn als intentionale, d.h. bewusste Beeinflussung des Denkens, Erlebens und Handelns des Menschen gefasst, die in einem sozialen Kontext erfolgt. Ihr Gegenstand schliesst auch eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und (bildungs)politischen Rahmenbedingungen von Bildung und Erziehung ein.

Das erziehungs- und bildungstheoretische Denken geht in die Antike zurück, wo es eng mit ethischen Fragen verbunden war. Auch heute ist die Erziehungswissenschaft zum einen eine philosophische und historische Disziplin. Als solche arbeitet sie interpretativ, analytisch, systematisch und normativ. Zum anderen ist sie seit der Nachkriegszeit zu einer anerkannten (empirischen) Bildungswissenschaft geworden, die sich der Beobachtung und Analyse der pädagogischen Wirklichkeit in unterschiedlichen Bereichen widmet - dies mitunter in engem Kontakt zu anderen bildungswissenschaftlichen Disziplinen, d.h. zur Pädagogischen Psychologie, zur Allgemeinen Didaktik und zu den Fachdidaktiken.

Die Bildungswissenschaften sind mittlerweile in zahlreiche Teildisziplinen aufgefächert, in denen unterschiedliche Fragestellungen in den Mittelpunkt rücken: Erziehungs- und Bildungsphilosophie, Allgemeine Pädagogik, Pädagogische Anthropologie, Sozialisation und Erziehung, Pädagogische Institutionen und Organisationsformen, Schulpädagogik, Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung/Weiterbildung, Hochschuldidaktik, Historische Bildungs- und Erziehungswissenschaft, Vergleichende Erziehungswissenschaft, Fachdidaktiken, Freizeitpädagogik, Interkulturelle Pädagogik, Pädagogik der Frühen Kindheit, Friedenspädagogik, Entwicklungspädagogik, Medienpädagogik, Pädagogische Diagnostik oder Ökologische Pädagogik.

Fachdidaktik ist die Wissenschaft vom fachspezifischen Lernen und Lehren innerhalb oder ausserhalb der Schule. Fachdidaktiken führen das Wissen über Fachinhalte mit dem Wissen über Lernprozesse zusammen. Sie interessieren sich zum einen für die Perspektive der Lernenden, für deren Zugänge zu den fachlichen Gegenständen sowie für die Bedingungen, unter welchen das fachliche Lernen optimal gefördert wird. Deshalb fragt eine Fachdidaktik nach dem fachspezifischen Bildungsgehalt und nach den geeigneten Zugängen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, nach angemessenen Methoden der Vermittlung, aber ebenso nach den Prozessen eigenständigen Lernens. Zum anderen fokussiert sie die Perspektive der Lehrenden und interessiert sich für deren Einstellungen, Wissen und Handeln. Die fachdidaktische Forschung untersucht das Unterrichtsgeschehen, die Wirkung von Lehrmitteln oder den Verlauf von Lernentwicklungen - und sie bezieht dabei auch ausserschulische Einflussfaktoren ein.