Studienstruktur

Kernbereich
Die Studierenden im Master of Arts in Educational Sciences absolvieren im ersten und zweiten Semester des Studiengangs ein für alle verbindliches Pflichtprogramm im Rahmen von 40 KP. Ab FS 2018 belegen Studierende der fachdidaktischen Vertiefungsrichtungen darin 12 KP im Untermodul "Interdisziplinäre Perspektiven in den Fachdidaktiken".
In diesem allgemeinen Teil des Studiums erwerben Studierende erziehungswissenschaftliches Wissen und Können sowie spezifische forschungsmethodische Fertigkeiten. Nach dem allgemeinen Teil des Studiengangs sind die Studierenden fähig, zwischen lebensweltlichen pädagogischen Vorstellungen und erziehungswissenschaftlich-theoretischen Konzeptionen zu unterscheiden. Sie können pädagogische Probleme begrifflich eingrenzen, in ihrem historischen und aktuellen Kontext verstehen und theoriebezogen beschreiben.

Vertiefungsrichtungen
Mit Beginn des Studiums im Kernbereich entscheiden sich die Studierenden für eine der sechs Vertiefungsrichtungen:

  • Bildungstheorie und Bildungsforschung
  • Erwachsenenbildung/Weiterbildung
  • Fachdidaktik Deutsch
  • Fachdidaktik Geschichte
  • Fachdidaktik Mathematik
  • Fachdidaktik Sport

Das Studium in der Vertiefungsrichtung wird in der Regel im zweiten Semester aufgenommen.

Verantwortlich: Prof. Dr. phil. I habil. Hans-Ulrich Grunder

Im allgemeinen Teil des Master of Arts in Educational Sciences, dem Kernbereich, werden zum einen Kenntnisse und Fertigkeiten in den qualitativen und quantitativen Methoden der erziehungswissenschaftlichen Forschung sowie die wissenschaftstheoretischen Grundlagen und die Wissenschaftsgeschichte der Erziehungswissenschaft erarbeitet.

Zum anderen geht es um die Auseinandersetzung mit pädagogischen Theorien, Konzepten, Modellen und Forschungsperspektiven. Im Vordergrund des Studiums in den beiden ersten Semestern stehen institutionelle Kontexte von Bildung und Erziehung (Schultheorien, Schulgeschichte, Schulpolitik) und die gesellschaftlichen und pädagogischen Bedingungen des Aufwachsens (Kindheit, Jugend, Familie). Die Beschäftigung mit den Inhalten der Module im Kernbereich stellt eine Vertiefung und Spezialisierung von Themen- und Forschungsbereichen dar, mit denen sich die Studierenden schon im Bachelorstudium beschäftigt haben. Fehlende Leistungen im Bereich der Forschungsmethoden können in speziellen Veranstaltungen nachgeholt werden.

Module:

  • Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik
  • Entwicklungs- und Sozialisationsprozesse
  • Pädagogische Institutionen im Wandel
  • Forschungsmethoden

Verantwortlich: Prof. Dr. phil. I habil  Hans-Ulrich Grunder

Die Vertiefungsrichtung Bildungstheorie und Bildungsforschung im Master of Arts in Educational Sciences fokussiert die Theorie und Philosophie von Erziehung und Bildung, die Theorie und Geschichte des Bildungswesens und der Bildungspolitik sowie Fragen, Probleme und Strategien der Bildungsorganisation und Systemsteuerung.

Die Studierenden sollen Wissen und Kompetenzen erwerben, die es ermöglichen, die Erkenntnisse theoretischer und empirischer Grundlagenforschung im pädagogischen und erziehungswissenschaftlichen Bereich zu verbinden. Bildungsphilosophisch, bildungstheoretisch, allgemeinpädagogisch und forschungsbasiert ausgerichtet, zielt das Studium darauf ab, die Absolventinnen und Absolventen für konzeptuelle, planende, verwaltende und evaluierende pädagogische Berufsfelder zu qualifizieren. Sie sollen die Prozesshaftigkeit der Diskurse über Bildung und Erziehung, der Erziehungs- und Bildungspraxis und die Entwicklungsdynamiken von Bildungsinstitutionen im nationalen und internationalen Kontext verstehen. Mit dem Erwerb bildungstheoretischer und philosophischer Kenntnisse geht es um die Fähigkeit, pädagogische Begriffe und Strömungen in historischer und systematischer Perspektive zu erschliessen und Bildungssysteme theoretisch und empirisch zu analysieren. Dazu zählt, erziehungswissenschaftliche empirische Forschungsergebnisse und pädagogische Theorien methodologisch, theoretisch und kritisch zu reflektieren. Die Bildungs-, Erziehungs- und Schultheorie und deren empirische Basis sowie die Steuerung und Evaluation von Bildungssystemen, nebst den quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden, bilden die inhaltlichen Schwerpunkte.

Module:

  • Bildungs- und Erziehungsphilosophie
  • Theorie und Geschichte der Erziehung, Bildung und Schule
  • Bildungsorganisation und Systemsteuerung
  • Forschungspraktikum

Verantwortlich: Prof. Dr. Ulla Klingovsky

Im Kontext des lebenslangen Lernens wird Erwachsenenbildung/ Weiterbildung immer wichtiger. Spätestens seit den 1970er Jahren ist allgemein akzeptiert, dass Bildung nicht auf die Jugendzeit beschränkt ist, und es hat sich ein entsprechendes professionelles Handlungsfeld mit spezifischen Kompetenzanforderungen herausgebildet. Seitdem widmet sich auch die erziehungswissenschaftliche Teildisziplin Erwachsenenbildung/ Weiterbildung der wissenschaftlichen Bearbeitung dieses Themenfelds. Wichtig sind dabei Fragen nach der biographischen Dimension von Bildung sowie eine Auseinandersetzung mit den individuellen und gesellschaftlichen Bedingungen für das Lernen im Erwachsenenalter.

Das Studium in der Vertiefungsrichtung Erwachsenenbildung/Weiterbildung ist auf die wissenschaftliche Disziplin und das professionelle Praxisfeld ausgerichtet. Es verbindet die Auseinandersetzung mit Konzepten, Theorien und Studien der Erwachsenenbildung/ Weiterbildung mit dem Aufbau professioneller Handlungskompetenz für diesen Bildungsbereich. Die Studierenden kennen am Ende des Studiums die zentralen Themen der Erwachsenenbildung/ Weiterbildung und theoretische Positionen dazu. Sie haben sich mit relevanten Studien auseinandergesetzt und kennen den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs. Ferner sind sie mit der Weiterbildungslandschaft der Schweiz vertraut und können deren Entwicklung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen analysieren. Die theoretischen Grundlagen des Lehrens und Lernens in der Erwachsenenbildung/ Weiterbildung sind ihnen bekannt und sie verfügen über spezifische methodisch didaktische Kompetenzen. Darüber hinaus haben sie für den institutionellen Kontext wichtige Kompetenzen in den Bereichen Bildungsmanagement und Evaluation erworben. Neben Bildungsinstitutionen kennen sie auch die Bedeutung des informellen Lehrens und Lernens im Arbeitsprozess für die Kompetenzentwicklung Erwachsener. Mit diesen Kompetenzen können sie verantwortungsvolle disponierende und leitende oder auch wissenschaftsbezogene Aufgaben in der Erwachsenenbildung/ Weiterbildung wahrnehmen.

Module:

  • Einführung in die Erwachsenenbildung/Weiterbildung
  • Theorie und Forschung
  • Lehren und Lernen
  • Organisation und Institutionen

 

 

 


Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Lindauer

Der Vertiefungsrichtung Deutschdidaktik liegt eine Konzeption des sprachlichen Handelns zugrunde. Sie ist auf Sprach- und Schriftlernprozesse, auf das kompetenzorientierte Lernen und Lehren und auf die Entwicklung und Evaluation von Lern- und Lehrumgebungen (inkl. Materialien, Lehrmittel) fokussiert.

Die Ausbildungsziele liegen zum einen darin, dass die Studierenden die sprachtheoretischen Grundlagen zur Modellierung und Förderung von Sprachkompetenz kennen und dass sie fähig sind, diese im Rahmen der Masterarbeit für die Entwicklung eigener fachdidaktisch ausgerichteter Forschungs- bzw. Entwicklungsvorhaben zu nutzen. Dabei sollen sie die ausgearbeiteten Fragestellungen mit Hilfe adäquater Forschungsmethoden bearbeiten und beantworten können. Zum anderen sollen sie befähigt werden, ihre eigenen Forschungsarbeiten im internationalen sprachdidaktischen Diskurs zu situieren und ihre Forschungsarbeit in diesen Diskurs einzubringen. Eine der spezifischen Fachkompetenzen, die in der Vertiefungsrichtung erworben werden, ist das Einordnen von Konzepten der Sprach- und Schriftförderung in den sprachtheoretischen Zusammenhang einerseits und den aktuellen Forschungskontext andererseits. Weiter steht die Fähigkeit im Vordergrund, Lernumgebungen für bestimmte Zielgruppen zu konzipieren und einzurichten und Aufgaben im Hinblick auf die Förderung und/ oder Diagnose von Sprach- und Schriftkompetenz in je geeigneten Formaten zu entwickeln. Schliesslich sollen die Entwicklungen und Effekte des ungesteuerten so wie des gesteuerten Sprach- und Schrifterwerbs mit quantitativen und qualitativen Methoden beobachtet und adäquate Massnahmen zur Gestaltung der Förderpraxis (bzw. der Bildungspolitik) getroffen werden können.

Module:

  • Sprachentwicklung und Norm
  • Sprachlernprozesse in Schulen
  • Literalität und kulturelle Bildung
  • Fachwissenschaft / Deutsch
  • Forschungspraktikum

Verantwortlich: Prof. Dr. Monika Waldis

Im Zentrum der Geschichtsdidaktik steht das historische Denken und Verstehen. Die Geschichtsdidaktik legt Gewicht auf die Erforschung des kompetenzorientierten historischen Lehrens und Lernens sowie auf die Entwicklung und Evaluation von Lehr- und Lernumgebungen (inkl. Lehrmittel bzw. Lehrmaterialien).

Die Ausbildungsziele dieser Vertiefungsrichtung liegen einerseits darin, dass die Studierenden mit theoretischen Überlegungen der Geschichtswissenschaft und der Geschichtsdidaktik zu geschichtsdidaktischen Kompetenzen und Kompetenzmodellen sowie den Bedingungen und Mechanismen der Förderung solcher Kompetenzen vertraut werden. Sie sind weiter fähig, Forschungsarbeiten zu planen und durchzuführen, dieselben im internationalen geschichtsdidaktischen Diskurs zu situieren und deren Methodik, Ergebnisse und praktische Relevanz in diesen Diskurs einzubringen. Andererseits stehen spezifische Fachkompetenzen und Fähigkeiten im Vordergrund. Dazu gehört der Erwerb von Konzepten zur Förderung des historischen Lernens, welche auf den geschichtstheoretischen Zusammenhang bezogen und in der aktuellen geschichtsdidaktischen Forschungsdiskussion verortet werden. Ausserdem wird die Fähigkeit erworben, Lernumgebungen für bestimmte Zielgruppen zu konzipieren und einzurichten und Aufgaben im Hinblick auf die Förderung und/oder Diagnose der Kompetenzen des historischen Lernens in geeigneten Formaten zu entwickeln. Schliesslich sollen die Zustände, Entwicklungen und Effekte des ungesteuerten sowie des gesteuerten Erwerbs von Kompetenzen des historischen Denkens mit quantitativen und qualitativen Methoden beobachtet und adäquate Massnahmen zur Gestaltung der Förderpraxis (bzw. der Bildungspolitik) abgeleitet werden können.

Module:

  • Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur
  • Kulturwissenschaftliche Zugänge
  • Historisches Lehren und Lernen
  • Fachwissenschaft/ Geschichte
  • Forschungspraktikum

Verantwortlich: Prof. Dr. Helmut Linneweber-Lammerskitten

Mathematikdidaktik betrachtet die Mathematik, ihre Teil- und Nachbardisziplinen und mögliche Anwendungsbereiche unter dem Aspekt der Lehr- und Lernbarkeit. Als Bezugsdisziplin für den Mathematikunterricht erforscht, entwikkelt und erschliesst sie u.a. geeignete Fachthemen, Lernziele, Unterrichtsmethoden, Lernumgebungen und Lehrmittel. Als Professionswissenschaft schafft sie die wissenschaftsfundierte Grundlage für die Aus- und Weiterbildung von Mathematiklehrpersonen.

Zu den Ausbildungszielen der Vertiefungsrichtung Mathematikdidaktik gehört deshalb, (i) dass die Studierenden das Lehren und Lernen von Mathematik, ihrer Teil- und Nachbardisziplinen und ihrer möglichen Anwendungsbereiche überschauen und historisch und systematisch einordnen können; (ii) dass sie fähig und bereit sind, sich mit neuen und alten Ideen, Konzepten und Theorien, aber auch Modeströmungen und Ideologien von Mathematikunterricht auseinanderzusetzen, daraus mögliche Konsequenzen für seine Planung, Durchführung und Evaluation zu beschreiben und in der eigenen Lehrtätigkeit sichtbar werden zu lassen; (iii) dass sie mit mathematischen Kompetenzmodellen, Bildungsstandards und Curricula vertraut sind und bildungspolitische Leitideen mit den Ansprüchen des Fachs und den schulischen und ausserschulischen Lehr- und Lernmöglichkeiten in Beziehung setzen können; (iv) dass sie sich der unterschiedlichen wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Mathematik einerseits und der Mathematikdidaktik andererseits bewusst sind und zentrale Konzeptionen, Ziele, Methoden und Hilfsmittel der beiden Wissenschaften kennen; (v) dass sie ein fundiertes mathematisches Grundwissen haben, die einschlägige mathematikdidaktische Forschungs- und Praxisliteratur kennen und fähig und bereit sind, eigene mathematikdidaktische Forschungs-, Entwicklungs- und Evaluationsprojekte zu planen, durchzuführen und auszuwerten sowie die so erarbeiteten Konzepte und Ergebnisse auf Tagungen und in Fachpublikationen der internationalen Scientific Community vorzutragen.

Module:

  • Lehren und Lernen von Mathematik
  • Ziele und Methoden der Mathematikdidaktik
  • Mathematische Kompetenzen, Bildungsstandards und Curricula
  • Fachwissenschaft / Mathematik
  • Forschungspraktikum

Verantwortlich: Prof. Dr. Roland Messmer

Sportdidaktik betrachtet den Sport in seinen heterogenen Praxen, seinen Teilbereichen und Subsystemen unter dem Aspekt der Lehr- und Lernbarkeit. Als zentrale Bezugsdisziplin für den Sportunterricht und die Bewegungserziehung erforscht, entwickelt und erschliesst die Sportdidaktik geeignete Inhalte, Lernziele, Unterrichtsmethoden, Lernumgebungen und Lehrmittel. Sie bildet die wissenschaftliche Grundlage für die Aus- und Weiterbildung von Sportlehrerinnen und Sportlehrern.
Die Ausbildungsziele: Die Studierenden sind mit sportdidaktischen Kompetenzmodellen, Bildungsstandards und Curricula vertraut und können sportpädagogische Leitideen auf die Ansprüche des Fachs und die schulischen und ausserschulischen Lehr- und Lernmöglichkeiten beziehen. Sie sind fähig und bereit, sich mit neuen und alten Ideen, Konzepten und Theorien, aber auch Modeströmungen und Ideologien von Sportunterricht auseinanderzusetzen, daraus mögliche Konsequenzen für dessen Planung, Durchführung und Evaluation abzuleiten und dies aufgrund eigener Lehrtätigkeit exemplarisch zu veranschaulichen. Sie sind sich der wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Sportdidaktik und des sozialen Systems Sports bewusst, und sie kennen zentrale Konzeptionen, Ziele, Methoden und Hilfsmittel. Sie verfügen über ein fundiertes sportwissenschaftliches Grundwissen, insbesondere in der Sportpädagogik und -didaktik. Sie kennen die einschlägige sportdidaktische Forschungs- und Praxisliteratur und sind fähig und bereit, eigene sportdidaktische For-schungs-, Entwicklungs- und Evaluationsprojekte zu planen, durchzuführen und auszuwerten sowie die so erarbeiteten Konzepte und Ergebnisse in den fachdidaktischen Diskurs einzubringen.

Module:

  • Kompetenzen, Bildungsstandards und Curricula im Sportunterricht
  • Sportdidaktische Theoriebildung
  • Berufsbegleitung in der Praxis
  • Fachdidaktik und Bewegungswissenschaften
  • Forschungspraktikum Fachdidaktik Sport