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SUMMARY:Migration Education\, and the Political Sphere
DESCRIPTION:Nach Jahrzehnten der zunehmenden globalen Vernetzung\, welche e
 inerseits durch technologische Entwicklungen vorangetrieben worden ist\, u
 nd andererseits durch eine Politik\, welche die Märkte weltweit für Hand
 el und Investitionen geöffnet und Arbeits- wie Bildungsmigration beförde
 rt hat\, entstehen nicht erst mit der Corona- Pandemie auf allen Kontinen-
 ten politische Kräfte im Zeichen und mit der Orientierung der De-Globalis
 ierung und Re-Nationalisierung. Das Unbehagen an der Globalisierung wird d
 urch das neue Unbehagen an der De-Globalisierung ersetzt bzw. ergänzt. Be
 ide Tendenzen kennen sowohl destruktive als auch konstruktive Erscheinungs
 formen. Zu diesen gehören die Intensivierung von Wirtschaftsbeziehungen w
 ie auch das Aufblühen des nationalen Protektionismus\, eine neue Mobilisi
 erung und nie dagewesene Mobilität\, die Vermehrung transnationaler Räum
 e ebenso wie die Hinderung der Bewegungsfreiheit durch neue/alte nationale
  oder supranationale Grenzregime\, die Verschärfung von Landnahme\, Resso
 urcenverbrauch und Klimawandel\, aber auch die Bemühung\, dieselben mit i
 nternationalen Abkommen zu mildern. Die damit verbundenen politischen\, ö
 konomischen und ethischen Probleme (Konflikte) und Ambivalenzen stellen ei
 ne Herausforderung für die demokratische und politische (Grund-) Bildung 
 aller Mitglieder der als Migrationsgesellschaft kennzeichenbaren Gegenwart
 sgesellschaft dar. Migration ist zwar kein ausschließlich modernes Phäno
 men\; gleichwohl gelten gegenwärtig spezifische Bedingungen: Noch nie war
 en weltweit so viele Menschen bereit\, aufgrund von Umweltkatastrophen\, (
 Bürger-) Kriegen und anderen Bedrohungen gezwungen und aufgrund der techn
 ologisch bedingten Veränderung von Raum und Zeit in der Lage\, ihren Arbe
 its- oder Lebensmittelpunkt auch über große Distanzen hin zu verändern:
  Wir leben\, so die mittlerweile breit geteilte Diagnose\, im Zeitalter de
 r Migration (Stephen Castles). Dass grenzüberschreitenden Wanderungsbeweg
 ungen für Gesellschaften und Individuen weltweit gegenwärtig eine besond
 ere Bedeutung zukommt\, hängt hierbei auch mit der nicht zuletzt aufgrund
  von Migrationsphänomenen expandierenden\, programmatisch ‚modernen‘ 
 Idee zusammen\, dass Menschen befugt und in der Lage sind\, Einfluss auf i
 hr eigenes\, nicht zuletzt auch mit dem jeweiligen geographischen\, ökolo
 gischen\, politischen und kulturellen Ort verbundenes Schicksal zu nehmen.
  Die globale Gegenwart geht auch damit einher\, dass Menschen verstärkt d
 eshalb Grenzen politischer Ordnungen überschreiten\, weil sie nicht nur d
 avon ausgehen\, dass sie dies könne\, sondern auch\, dass Ihnen dies zust
 eht. Migration ist somit nicht allein ein Prozess des Überschreitens von 
 (z.B. nationalen) Grenzen\, sondern ein Phänomen\, das die Thematisierung
  von symbolischen und materiellen Grenzen der Zugehörigkeit nach sich zie
 ht\, welche dadurch problematisiert\, gestärkt und zuweilen auch überhau
 pt erst erschaffen werden. Gerade weil Migrationsphänomene gesellschaftli
 che und institutionelle Wirklichkeiten sowohl mit Bezug auf funktionale wi
 e normative Aspekte in Frage stellen\, geht mit diesen einher\, dass die p
 olitische Dimension des Sozialen besonders deutlich in Erscheinung tritt. 
 Das „Politische“ – im Gegensatz zur Politik als systemischfunktional
 er Zusammenhang des Staatsapparates und seiner Institutionen – kann hier
 bei als eine grundlegende Dimension des Sozialen verstanden werden\, in de
 r die Auseinandersetzungen um die Angemessenheit und Legitimität der sozi
 alen Ordnung durch Be-Gründungen stattfinden (vgl. etwa Marchart 2010). D
 as Politische verweist auf Auseinandersetzungen\, Einsätze und Kämpfe um
  die Frage der „allgemeinen guten Ordnung“. Auch deshalb zeigt sich au
 f der Ebene der öffentlichen und medialen Diskurse sich eine komplexe Gem
 engelage von Motiven und Gründen der Anerkennungs- und Verteilungskämpfe
  zwischen sozialen Gruppen\, kulturellen Milieus\, zwischen Ein- und Mehrh
 eimischen\, während die Handlungsmöglichkeiten der Individuen auf der Eb
 ene der Lebenswelt von systemischen Widersprüchen und De- respektive Priv
 ilegierungserfahrungen gekennzeichnet sind. Während das Ideal der öffent
 lichen Auseinandersetzung und Diskursivität weiterhin die Existenz oder w
 enigstens die Möglichkeit einer res publica voraussetzt respektive unters
 tellt\, kann eine gemeinsame Welt weniger in ihrer Faktizität als vielmeh
 r nur ihrer Migration\, Education\, and the Political Sphere Migration\, B
 ildung und das Politische Internationale Tagung Universität Zürich Unive
 rsität Bielefeld Universität Innsbruck 10./11. Juni 2021 Normativität\,
  Fiktionalität oder auch Widersprüchlich- keit verstanden\, behauptet un
 d vielleicht verteidigt werden. Der medial verstärkte Oberflächenrealism
 us und zahlreiche ideologische „Vereindeutigungstendenzen“ in Politik 
 und Kultur bezeugen eine migrations- gesellschaftliche Krise der Imaginati
 on\, welche im Kern sowohl eine Krise des Politischen als auch eine Krise 
 der Bildung darstellt. Sie fordert heraus Gesellschaft neu zu denken\, ein
 en Umgang mit den Verschiedenen zu finden\, Solidaritäten zu entwickeln\,
  die nicht auf die uns jeweils ähnlichen beschränkt bleiben\, wie insges
 amt den Möglichkeitssinn und die Vorstellungskraft zu befördern hinsicht
 lich dessen\, was heute noch das Politische sein könnte. Damit verbunden 
 ist ein Nachdenken über Bildung und Erziehung in der Migrationsgesellscha
 ft\, das sich deren Ambivalenzen stellt und ihren politischen Potentialen 
 zu nähern sucht.\\r\\nDatum: 10./11. Juni 2021 Veranstaltungsort: per Zoo
 m (den Link erhalten Sie nach der Anmeldung) Anmeldung: per E-Mail an Frau
  Nadine Burri: n.burri@ife.uzh.ch [mailto:n.burri@ife.uzh.ch]
X-ALT-DESC:<p>Nach Jahrzehnten der zunehmenden globalen Vernetzung\,<br /> 
 welche einerseits durch technologische Entwicklungen<br /> vorangetrieben 
 worden ist\, und andererseits durch eine<br /> Politik\, welche die Märkt
 e weltweit für Handel und<br /> Investitionen geöffnet und Arbeits- wie 
 Bildungsmigration<br /> befördert hat\, entstehen nicht erst mit der Coro
 na-<br /> Pandemie auf allen Kontinen-ten politische Kräfte im<br /> Zeic
 hen und mit der Orientierung der De-Globalisierung<br /> und Re-Nationalis
 ierung. Das Unbehagen an der<br /> Globalisierung wird durch das neue Unbe
 hagen an der<br /> De-Globalisierung ersetzt bzw. ergänzt. Beide Tendenze
 n<br /> kennen sowohl destruktive als auch konstruktive<br /> Erscheinungs
 formen. Zu diesen gehören die Intensivierung<br /> von Wirtschaftsbeziehu
 ngen wie auch das Aufblühen<br /> des nationalen Protektionismus\, eine n
 eue Mobilisierung<br /> und nie dagewesene Mobilität\, die Vermehrung<br 
 /> transnationaler Räume ebenso wie die Hinderung der<br /> Bewegungsfrei
 heit durch neue/alte nationale oder<br /> supranationale Grenzregime\, die
  Verschärfung von<br /> Landnahme\, Ressourcenverbrauch und Klimawandel\,
 <br /> aber auch die Bemühung\, dieselben mit internationalen<br /> Abkom
 men zu mildern. Die damit verbundenen<br /> politischen\, ökonomischen un
 d ethischen Probleme<br /> (Konflikte) und Ambivalenzen stellen eine Herau
 sforderung<br /> für die demokratische und politische (Grund-)<br /> Bild
 ung aller Mitglieder der als Migrationsgesellschaft<br /> kennzeichenbaren
  Gegenwartsgesellschaft dar.<br /> Migration ist zwar kein ausschließlich
  modernes<br /> Phänomen\; gleichwohl gelten gegenwärtig spezifische<br 
 /> Bedingungen: Noch nie waren weltweit so viele Menschen<br /> bereit\, a
 ufgrund von Umweltkatastrophen\, (Bürger-)<br /> Kriegen und anderen Bedr
 ohungen gezwungen und<br /> aufgrund der technologisch bedingten Veränder
 ung von<br /> Raum und Zeit in der Lage\, ihren Arbeits- oder Lebensmittel
 punkt<br /> auch über große Distanzen hin zu verändern:<br /> Wir leben
 \, so die mittlerweile breit geteilte Diagnose\,<br /> im Zeitalter der Mi
 gration (Stephen Castles). Dass grenzüberschreitenden<br /> Wanderungsbew
 egungen für<br /> Gesellschaften und Individuen weltweit gegenwärtig ein
 e<br /> besondere Bedeutung zukommt\, hängt hierbei auch mit<br /> der ni
 cht zuletzt aufgrund von Migrationsphänomenen<br /> expandierenden\, prog
 rammatisch ‚modernen‘ Idee<br /> zusammen\, dass Menschen befugt und i
 n der Lage sind\,<br /> Einfluss auf ihr eigenes\, nicht zuletzt auch mit 
 dem<br /> jeweiligen geographischen\, ökologischen\, politischen und<br /
 > kulturellen Ort verbundenes Schicksal zu nehmen. Die<br /> globale Gegen
 wart geht auch damit einher\, dass Menschen<br /> verstärkt deshalb Grenz
 en politischer Ordnungen<br /> überschreiten\, weil sie nicht nur davon a
 usgehen\, dass<br /> sie dies könne\, sondern auch\, dass Ihnen dies zust
 eht.<br /> Migration ist somit nicht allein ein Prozess des<br /> Übersch
 reitens<br /> von (z.B. nationalen) Grenzen\, sondern ein<br /> Phänomen\
 , das die Thematisierung von symbolischen<br /> und materiellen Grenzen de
 r Zugehörigkeit nach sich zieht\,<br /> welche dadurch problematisiert\, 
 gestärkt und zuweilen<br /> auch überhaupt erst erschaffen werden. Gerad
 e weil<br /> Migrationsphänomene gesellschaftliche und institutionelle<br
  /> Wirklichkeiten sowohl mit Bezug auf funktionale wie<br /> normative As
 pekte in Frage stellen\, geht mit diesen einher\,<br /> dass die politisch
 e Dimension des Sozialen besonders<br /> deutlich in Erscheinung tritt.<br
  /> Das „Politische“ – im Gegensatz zur Politik als systemischfunkti
 onaler<br /> Zusammenhang des Staatsapparates und<br /> seiner Institution
 en – kann hierbei als eine grundlegende<br /> Dimension des Sozialen ver
 standen werden\, in der die<br /> Auseinandersetzungen um die Angemessenhe
 it und<br /> Legitimität der sozialen Ordnung durch Be-Gründungen<br /> 
 stattfinden (vgl. etwa Marchart 2010). Das Politische<br /> verweist auf A
 useinandersetzungen\, Einsätze und Kämpfe<br /> um die Frage der „allg
 emeinen guten Ordnung“.<br /> Auch deshalb zeigt sich auf der Ebene der 
 öffentlichen und<br /> medialen Diskurse sich eine komplexe Gemengelage<b
 r /> von Motiven und Gründen der Anerkennungs- und<br /> Verteilungskämp
 fe zwischen sozialen Gruppen\, kulturellen<br /> Milieus\, zwischen Ein- u
 nd Mehrheimischen\, während<br /> die Handlungsmöglichkeiten der Individ
 uen auf der<br /> Ebene der Lebenswelt von systemischen Widersprüchen<br 
 /> und De- respektive Privilegierungserfahrungen<br /> gekennzeichnet sind
 . Während das Ideal der öffentlichen<br /> Auseinandersetzung und Diskur
 sivität weiterhin die<br /> Existenz oder wenigstens die Möglichkeit ein
 er res publica<br /> voraussetzt respektive unterstellt\, kann eine gemein
 same<br /> Welt weniger in ihrer Faktizität als vielmehr nur ihrer<br /> 
 Migration\, Education\,<br /> and the Political Sphere<br /> Migration\, B
 ildung<br /> und das Politische<br /> Internationale Tagung<br /> Universi
 tät Zürich<br /> Universität Bielefeld<br /> Universität Innsbruck<br 
 /> 10./11. Juni 2021<br /> Normativität\, Fiktionalität oder auch Widers
 prüchlich-<br /> keit verstanden\, behauptet und vielleicht verteidigt<br
  /> werden. Der medial verstärkte Oberflächenrealismus und<br /> zahlrei
 che ideologische „Vereindeutigungstendenzen“<br /> in Politik und Kult
 ur bezeugen eine migrations-<br /> gesellschaftliche Krise der Imagination
 \, welche im Kern<br /> sowohl eine Krise des Politischen als auch eine Kr
 ise<br /> der Bildung darstellt. Sie fordert heraus Gesellschaft neu<br />
  zu denken\, einen Umgang mit den Verschiedenen<br /> zu finden\, Solidari
 täten zu entwickeln\, die nicht auf<br /> die uns jeweils ähnlichen besc
 hränkt bleiben\, wie<br /> insgesamt den Möglichkeitssinn und die Vorste
 llungskraft<br /> zu befördern hinsichtlich dessen\, was heute<br /> noch
  das Politische sein könnte. Damit verbunden ist<br /> ein Nachdenken üb
 er Bildung und Erziehung<br /> in der Migrationsgesellschaft\, das sich de
 ren Ambivalenzen<br /> stellt und ihren politischen Potentialen<br /> zu n
 ähern sucht.</p>\n<p><strong>Datum</strong>: 10./11. Juni 2021<br /> <str
 ong>Veranstaltungsort</strong>: per Zoom (den Link erhalten Sie nach der A
 nmeldung)<br /> <strong>Anmeldung</strong>: per E-Mail an Frau Nadine Burr
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